Spitzenlaststrom: das am meisten übersehene Energieeinsparpotenzial

Der Spitzenbedarf, bzw. die Spitzenlast, stellt den höchsten Strombedarf dar, der während eines bestimmten Zeitraums gemessen wird. Energieanbieter messen den Spitzenbedarf ihrer Kunden, um allen Bereichen des Netzes die erforderliche Menge an Energie zuzuweisen. In den meisten Ländern verhängen die Energieversorgungsunternehmen bei Überschreitung der für Ihr Unternehmen reservierten Höchstmenge an Strom Sanktionen. Sobald Sie diese Energiemenge überschritten haben, muss Ihr Energieversorgungsunternehmen mehr Strom (kW) für Sie bereitstellen, wofür Ihnen ein zusätzliches Entgelt berechnet wird. Darüber hinaus werden Gebühren für die Höhe des maximalen Strombedarfs erhoben.

Wie lassen sich die Kosten für den Spitzenbedarf senken?

1. Senkung des Spitzenbedarfs

Am einfachsten lässt sich der Spitzenbedarf reduzieren, indem man die Energieeffizienz insgesamt erhöht und dementsprechend den Spitzenbedarf senkt. Durch Investitionen in effizientere Ausrüstung kann die Grundlast der verbrauchten Energie gesenkt werden. Die Vorbereitung und Untersuchung dieser Investitionen kann einige Zeit in Anspruch nehmen, aber die Ergebnisse zeigen langfristige Wirkung.

Beispiele für die Senkung des Spitzenbedarfs:

  • Austausch einer hydraulischen Spritzgießmaschine durch eine effizientere vollelektrische Spritzgießmaschine.
  • Ersetzung eines Elektromotors durch einen neuen Motor mit einer höheren IE-Zertifizierung. Diese Zertifizierung enthält u. a. Vorgaben zum Leistungsbedarf.
  • Austausch von Leuchtstoffröhren durch LED-Panels.
  • Austausch veralteter druckluftbetriebener Anlagen. Zeitgemäße Lösungen weisen häufig einen deutlich geringeren Stromverbrauch auf.

2. Lastspitzenkappung

Bei der Lastspitzenkappung, die oft auch als Lastverschiebung bezeichnet wird, geht es darum, den Energieverbrauch gleichmäßiger zu verteilen und so den Spitzenbedarf zu senken. Sie sollten den gleichzeitigen Betrieb energieintensiver Maschinen vermeiden und überprüfen, ob einige Maschinen früher oder später als üblich oder mit niedrigerer Geschwindigkeit in Betrieb genommen werden können.

Beispiele für Lastspitzenkappung

  • Einhaltung eines gestaffelten Pausenplans der Mitarbeiter, um die Hochfahrzeiten der Maschinen bei Pausenende zu streuen.
  • Schalten Sie nicht benötigte Maschinen ab, wenn Sie sich dem maximalen Leistungsniveau nähern.
  • Testläufe verbrauchen oft viel Strom. Führen Sie Maschinentestläufe außerhalb der Produktionszeiten durch.

Kühlanlagen verbrauchen im Sommer mehr Energie, weil die Umgebungstemperatur höher ist. Eine Reduzierung des Strombedarfs anderer Maschinen kann den Mehrbedarf der Kühlanlagen abfedern.

3. Nehmen Sie Kontakt mit dem Netzbetreiber auf, um eine Lösung zu finden

Die Vorgehensweise zur Bestimmung der maximalen Leistung unterscheidet sich je nach Netzbetreiber. In Rücksprache mit dem Stromanbieter kann die maximale Energieleistung auf ein für Ihre Anlagen optimiertes Niveau festgesetzt werden. Eine niedrigere maximale Energieleistung senkt die Fixkosten, steigert aber das Risiko einer Leistungsüberschreitung. Ein höheres Energieleistungsniveau steigert die Fixkosten und senkt das Risiko einer Leistungsüberschreitung. Deshalb kann ein Einblick in Ihre Spitzenleistung nützlich sein.

4. Gespeicherte Energie als alternative Stromquelle

Durch die Speicherung von Energie in einer Batterie, die langsam aufgeladen wird (z. B. durch Sonnenkollektoren), können Sie Stromspitzen problemlos abfangen. Wird eine Stromspitze erkannt, schaltet sich die alternative Stromversorgung ein und senkt somit den Strombedarf beim Versorgungsnetz.

Zukünftige Entwicklungen

Netzbetreiber arbeiten bereits an dynamischeren Preismodellen. Ein Beispiel hierfür ist der sogenannte Spotpreis. Dieses Konzept spiegelt die Energiepreise in Abhängigkeit von Angebot und Nachfrage zum gegebenen Zeitpunkt wider, im Gegensatz zu herkömmlichen Preisen, die bereits für einen längeren Zeitraum festgelegt sind.

Wie Sensorfact Spitzenbedarf meistert

Dank unseres Plug-and-Play-Energiemanagementsystems helfen wir unseren Kunden, den Energieverbrauch auf Maschinenebene zu messen und die Daten in ihrem Online-Dashboard zu analysieren. Dieses Dashboard zeigt Spitzen im Stromverbrauch an und gibt Aufschluss darüber, wie diese Spitzen vermieden werden können. In Kürze wird unsere Software auch Spitzen auf der Grundlage des Gesamtstromverbrauchs vorausberechnen. Dies ermöglicht es Ihnen, benutzerdefinierte Warnungen für Stromspitzen einzurichten, um ein Überschreiten Ihres maximalen Stromverbrauchs zu vermeiden.

Möchten Sie mehr über intelligentes Energiemanagement erfahren? Bitte laden Sie sich unser White Paper „5 Schritte zum intelligenten Energiemanagement“ herunter.

Written by

Anneloes Burger

B2B marketeer